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„Klimaschutz-Konzept“ für Smartes Quartier Jena-Lobeda wird erarbeitet

75.000 Euro KFW-Fördermittel zur Ermittlung von energetischem Einsparpotenzial

Begleiten die Erarbeitung des „Klimaschutz-Konzepts“ für das Smarte Quartier Jena-Lobeda (v.l.n.r): jenawohnen-Prokurist Roland Bak, David Hatzel von der Gesellschaft für Intelligente Infrastruktur Zwickau als Partner der Westsächsischen Hochschule Zwickau und Christian Gerlitz, Bürgermeister und Dezernent für Stadtentwicklung und Umwelt. Foto: Stadtwerke Jena / Jürgen Scheere

Inwieweit trägt smartes Wohnen zu mehr Klimaschutz bei? Mit Fördermitteln in Höhe von 75.000 Euro unterstützt die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KFW) ein Forschungsprojekt, das sich dem Energie-Einsparpotenzial im Smarten Quartier Jena-Lobeda widmet. Nachdem im September die Fördermittelzusage durch die KFW erteilt wurde, wird nun bis zum Jahr 2023 ein energetisches Quartierskonzept erarbeitet. Das Konzept soll zukunftsweisende Ansätze für die Bereiche Energie und Städtebau ermitteln und Maßnahmen aufzeigen, die dem Klimaschutz vor Ort zugutekommen. Weitere 25.000 Euro investiert das kommunale Wohnungsunternehmen jenawohnen in das “Klimaschutz-Konzept“. 

Umgesetzt wird das Forschungsvorhaben im Team: Neben den Stadtwerken Energie Jena-Pößneck und jenawohnen arbeiten das Dezernat für Stadtentwicklung und Umwelt der Stadt Jena und die Westsächsische Hochschule Zwickau daran, die Einsparpotenziale zu heben. Tobias Teich, Professor an der Westsächsischen Hochschule Zwickau: „Die Reduzierung des Energie- und Wärmeverbrauchs im Haushalt und die Nutzung erneuerbarer Energien sind entscheidende Beiträge, um die Klimaziele zu erreichen. Für das Smarte Quartier wollen wir praxisnahe, pragmatische und bürgernahe Ansätze zur Effizienzsteigerung erarbeiten, die die Gegebenheiten vor Ort berücksichtigen.“ 

Roland Bak, Prokurist von jenawohnen ergänzt: „Das Quartierskonzept soll uns auch zeigen, wie die Mieter im Smarten Quartier neue Angebote wie Smart-Home, Mini-PV-Anlagen und intelligente Heizungssteuerung annehmen werden und wie damit aktiv Energie eingespart werden kann. Dieser Blick nach vorn hilft uns, Sanierungs- und Neubaumaßnahmen klimafreundlich und zukunftsgerecht zu gestalten.“ Um Effizienzpotenziale für das Smarte Quartier zu ermitteln, werden unter anderem Daten zu Gebäude, Technik, Energieversorgung und Kohlendioxid-Bilanz erhoben.

Außerdem wird ermittelt, inwieweit sich Energiesektoren aus den Bereichen Wärme, Strom und Verkehr für weiteres Optimierungspotenzial koppeln lassen. Darüber hinaus werden räumliche Analysen durchgeführt, um städtebauliche und verkehrsplanerische Maßnahmen zu entwickeln. Bürgermeister Christian Gerlitz: „Damit Jena bis zum Jahr 2035 klimaneutral ist, müssen wir alle Möglichkeiten zur Reduktion von Treibhausgas-Emissionen ausschöpfen. Wir wissen, dass im Bereich Energieeinsparung ein großes Potenzial liegt. Das energetische Quartierskonzept wird uns daher aufzeigen, was im Smarten Quartier energetisch möglich ist und kann gleichzeitig auch als Wegweiser für künftige Projekte dienen.“

Das Smarte Quartier Jena-Lobeda entsteht aktuell in mehreren Bauabschnitten in der Ziegesarstraße 9 bis 19. Das Modellprojekt verfolgt das Ziel, Mieter im Alltag zu entlasten und ihnen eine höhere Lebensqualität zu bieten. Neben verschiedenen Services zu Energie, Mobilität und Logistik sollen dabei auch Gesundheitsangebote für die Mieter im Vordergrund. Fast die Hälfte der rund 270 entstehenden Wohnungen wird mietpreisgebunden angeboten; die anderen Wohnungen können ohne Wohnberechtigungsschein gemietet werden.