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Marke von 100 Elektro-Ladepunkten in Jena geknackt

Lösung für gewerbliche Fuhrparks und Wohngebiete entwickelt

38 neue Ladepunkte für Elektroautos haben die Stadtwerke Jena im vergangenen Jahr errichtet – sowohl Öffentliche als auch für private Nutzer, gewerbliche Fuhrparks und die Wohnungswirtschaft. Damit wurde die 100er-Marke an Ladepunkten in Jena geknackt. Ging es bisher vor allem um den Bau öffentlicher Ladepunkte, holt inzwischen das lokale Gewerbe mit Ladeinfrastruktur für ihre dienstlichen Fuhrparks auf. Allein 22 Ladepunkte wurden 2019 bei Unternehmen wie Pro4Tech oder jenawohnen errichtet. Öffentliche Ladesäulen entstanden im Westviertel am Jahnplatz, im Wohngebiet Fuchslöcher sowie im Gewerbegebiet in der Stockholmer Straße. 2020 wollen die Stadtwerke in Jena in derselben Größenordnung neue Ladeinfrastruktur errichten.

Daneben erprobten die Stadtwerke Jena erstmalig ein System zum „dynamischen Lademanagement.“ Dabei wird der aktuelle Stromverbrauch eines Gebäudes kontinuierlich erfasst und jeweils nur die Strommenge in die Ladeinfrastruktur eingespeist, die vom Stromhausanschluss ohne Überlastung bereitgestellt werden kann. Sinkt beispielsweise in Wohnanlagen während der Nachtstunden der Stromverbrauch in den Wohnungen, stellt das dynamische Lastmanagement den ladenden Elektroautos dafür umso mehr Strom zur Verfügung. Mit diesem auch im gewerblichen Bereich anwendbaren System kann der vorhandene Stromanschluss optimal genutzt und eine kostenintensive Verstärkung des Stromhausanschlusses vermieden werden.

Marcus Wöckel vom Bereich Strategie der Stadtwerke Jena Netze: „Unser dynamisches Lademanagement sorgt für die notwendige Stromnetzstabilität, wenn perspektivisch in dicht bebauten Wohnsiedlungen und Gewerbegebieten eine große Zahl von Elektroautos gleichzeitig geladen wird.“ Für die Erprobung des Systems machten die Stadtwerke ihr Geschäftsgebäude in der Rudolstädter Straße und die eigene Ladeinfrastruktur ihrer Elektro-Dienstwagenflotte zum Pilotobjekt.

Die Praxistauglichkeit des Systems wurde inzwischen durch verschiedene Belastungstests belegt. Erste Unternehmen und Institutionen wie Jenaer Wirtschaftsförderung, Autohäuser und Pflegedienste signalisierten bereits ihr Interesse. Weitere Adressaten sind Wohnungsgesellschaften und Eigentümergemeinschaften, denen das System als Blaupause für Wohnanlagen dienen kann.