Stationäres Hospiz feiert Eröffnung

Christiane Klimsch, Geschäftsführerin der das Hospiz im Namen der Stiftung betreibenden gemeinnützigen Gesellschaft, erhält den Schlüssel von Tobias Wolfrum, Geschäftsführer jenawohnen. (Foto: Christopher Schmid)

Neubau in Jena-Lobeda nimmt ab Mitte Februar die ersten Gäste auf

(Jena, 5.02.2019) Zur offiziellen Eröffnung des ersten stationären Hospizes in Jena bekamen die Mitarbeiter des Hauses am Dienstag symbolisch einen goldenen Schlüssel aus Pappmaché am roten Band überreicht. Zur Eröffnungsfeier waren rund 250 Gäste der Einladung der Hospiz- und Palliativ-Stiftung Jena (HPSJ) gefolgt, zu der die Stiftung alle Unterstützer und Spender in die Aula der benachbarten Lobdeburgschule gebeten hatte.

Den Reigen der Festredner eröffnete Dr. Ulrich Wedding, Vorstandsvorsitzender der Stiftung, indem er sich bei allen Spendern und Förderern bedankte: „Denjenigen Menschen, denen das Geschenk des Lebens auf dieser Erde nicht mehr lange Zeit vergönnt sein wird, haben Sie ein neues zu Hause geschenkt. Wir alle sind nur Gäste auf dieser Erde und werden eines Tages sterben. Es ist nicht die Frage ob, sondern nur, wann. Umso wichtiger ist es, zu wissen, dass es Orte und Menschen gibt, die dem Leben verbunden sind und wo ein Sterben in Würde stattfinden kann.“

Die Thüringer Ministerin Heike Werner (Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie) wies darauf hin, dass mit dem Hospiz in Jena ein weiterer Baustein in der Palliativversorgung in Thüringen entstehe. Humanes Sterben und Sterbebegleitung seien gesellschaftliche Herausforderungen, denen sich die Hospize stellten.

Für die Stadt betonte Barbara Wolf, Leiterin des Fachdienstes Soziales: „Dieses Hospiz bereichert die soziale Infrastruktur der Stadt.“ Der Jenaer Stadtrat hatte vor zweieinhalb Jahren einstimmig und über alle Parteigrenzen hinweg 200.000 Euro für die Ausstattung und Anschubfinanzierung des Hospizes bewilligt und damit die finanzielle Basis für das Projekt geschaffen.

Besitzerin und Bauherrin des Gebäudes ist das Unternehmen jenawohnen, das insgesamt 3,7 Millionen Euro in den Bau investiert hat. Geschäftsführer Tobias Wolfrum unterstrich den Anspruch seines Unternehmens, Wohnraum für alle Menschen in allen Lebenssituationen zu bauen, „eben auch ein Hospiz als letzte Wohnung, das es Menschen ermöglicht in Frieden Abschied zu nehmen.“
Als letzter Redner bedankte sich der Kuratoriumsvorsitzende Dr. Franz-Ferdinand von Falkenhausen beim Stiftungsvorstand: „Es kann nur als herausragend bezeichnet werden, mit welchem Einsatz der ausschließlich ehrenamtlich tätige Vorstand dieses Projekt geplant und umgesetzt hat.“

Neben der inhaltlichen und finanziellen Planung zählten die Baubegleitung und die Spendenakquise zu den wichtigsten Vorstandsaufgaben. Zum Jahresbeginn 2019 waren die notwendigen 550.000 € für die Ausstattung und Einrichtung des Hauses und für die ersten drei Monate der Anschubfinanzierung eingeworben worden. Allerdings wird die Stiftung, die das Hospiz über eine gemeinnützige Gesellschaft in Eigenregie betreibt, auch weiterhin auf Unterstützung angewiesen sein. Da Krankenkassen nur 95 Prozent der entstehenden Kosten stationärer Hospize refinanzieren, müssen durch die Hospiz- und Palliativ-Stiftung weiterhin jährlich rund 70.000 Euro Spenden eingeworben werden.
Die Ende 2014 überwiegend von Jenaer Bürgern gegründete Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, die Versorgung sterbenskranker Menschen in der Region zu verbessern. Mit der Eröffnung des stationären Hospizes ist die HPSJ diesem Ziel einen großen Schritt näher gekommen. Maximal 12 Bewohner können hier nun ihre letzte Lebenszeit verbringen. Insgesamt 27 Mitarbeiter, darunter Fachpflegekräfte, Köchinnen, Reinigungspersonal und ein Psychologe werden die Bewohner und ihre Angehörigen in dem einstöckigen Flachbau mit großzügiger Gartenanlage umsorgen.

Mit einem „Tag der offenen Tür“ lädt die Stiftung alle Interessierten am Mittwoch, den 13. Februar 2019, ein, sich zwischen 9 und 17 Uhr in den Räumen und Bewohnerzimmern des Hospizes in der Paul-Schneider-Straße 5 umzuschauen, bevor dann einige Tage später die ersten Gäste hier ein letztes Zuhause finden werden.

Eine Presseinformation der Hospiz- & Palliativstiftung Jena