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Umbau des Kraftwerks Hermsdorf: Erster Meilenstein geschafft

Im Heizkraftwerk Hermsdorf läuft der Umbau zur innovativen KWK-Anlage. Das erste von drei Blockheizkraftwerken ist inzwischen am Netz.

Bei der Umstellung des Kraftwerks Hermsdorf von Biomasse- auf Erdgasbetrieb ist der erste Meilenstein geschafft: Das erste von drei geplanten Blockheizkraftwerk-Modulen speist Strom und Wärme ins Netz ein. Die Anlage verfügt über eine thermische und elektrische Leistung von jeweils einem Megawatt. Damit kann sie rechnerisch ein Viertel des Wärmebedarfes von Hermsdorf decken und erzeugt obendrein genügend Strom für den Jahresbedarf von 4.000 Haushalten. Das BHKW-Modul ist in den denkmalgeschützten Altbau des Kraftwerkes eingezogen. Es arbeitet vollautomatisch und wird von der Stadtwerke-Leitstelle in Jena fernüberwacht und gesteuert. 

 

Unterdessen geht der Umbau des Kraftwerkes weiter. Mit Förderung der Bundesnetzagentur errichtet die job eine Anlage zur sogenannten innovativen Kraft-Wärme-Kopplung (iKWK). So werden schrittweise zwei weitere baugleiche Blockheizkraftwerke errichtet, um eine Wärmepumpe ergänzt und mit einer vorhandenen Power-to-heat-Anlage gekoppelt, berichtet job-Geschäftsführer Mario Hacke. Die Wärmepumpe wandelt (ähnlich wie ein Kühlschrank, nur umgekehrt) mit Hilfe von Pumpen und Wärmetauschern Umgebungsluft in Heizwärme um. Angetrieben wird sie mit Strom aus dem BHKW. Die Power-to-heat-Anlage funktioniert wie ein großer Tauchsieder und kann ebenfalls zur Wärmeerzeugung genutzt werden. Wärme aus Strom zu erzeugen, ist vor allem an sonnigen und windigen Tagen sinnvoll, wenn ein Überschuss an Ökostrom günstig im Netz verfügbar ist, oder auch nachts, wenn ohnehin weniger Strom benötigt wird. „Wenn wir alle diese Anlagenteile gut vernetzen und intelligent steuern, werden wir die Fernwärme für Hermsdorf besonders effizient, umweltschonend, aber auch deutlich bedarfsgerechter als bisher erzeugen können“, so Mario Hacke weiter. „Zudem können wir viel flexibler auf Angebot und Nachfrage reagieren und so das Beste aus unseren Erzeugungsanlagen herausholen.“ Bis Mitte 2022 soll die Gesamtmaßnahme abgeschlossen sein. Die job Jenaer Objektmanagement- und Betriebsgesellschaft investiert rund 7 Millionen Euro. 


Seit 2008 war in Hermsdorf durch die Verbrennung von Holzhackschnitzeln Strom und Wärme aus Biomasse gewonnen worden. Doch hatten sich in den vergangenen zehn Jahren die Marktpreise für die dafür jährlich nötigen ca. 20.000 Tonnen Holz mehr als verdoppelt. Deshalb entschied sich die job im Jahr 2019 zur Umstellung auf Erdgas. Ziel ist es, langfristig stabile und vor allem wettbewerbsfähige Fernwärmepreise für Hermsdorf sichern zu können.