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Universitätsklinikum Jena und Stadtwerke Jena gemeinsam fürs Smarte Quartier Jena-Lobeda

Smartes Quartier und Uniklinikum (von oben). Quelle: grafiker.org

Entlassmanagement und Telemedizinische Anwendungen im Fokus

Arzttermine per Videosprechstunde und schnellere Entlassung aus dem Krankenhaus: Um Forschung und Entwicklung im Bereich smarter Gesundheitsangebote voranzutreiben, arbeiten das Universitätsklinikum Jena und die Stadtwerke Jena im Modellprojekt Smartes Quartier Jena-Lobeda zukünftig zusammen. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde in den letzten Tagen unterzeichnet. 

In verschiedenen Bereichen geht es darum, Angebote im Smarten Quartier im Interesse der jenawohnen-Mieter sowie der Patienten des Universitätsklinikum zu entwickeln. Das Smarte Quartier Jena-Lobeda entsteht aktuell in mehreren Bauabschnitten bis Jahresende 2023 in der Ziegesarstraße 9 bis 19 und liegt damit in direkter Nachbarschaft zum Universitätsklinikum. Ein erster Ansatz ist die Zusammenarbeit im Bereich Entlassmanagement. Im Smarten Quartier stehen ab dem Jahr 2022 zehn komplett möblierte Wohneinheiten zur Verfügung, die Gästen eine Kombination aus „Wohnung auf Zeit“ und speziell auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Services bieten. Ein Forschungsprojekt widmet sich der Frage, wie Patienten hier in einem wohnlichen Umfeld Hilfe im Heilungsprozess in Anspruch nehmen und so schneller aus dem Krankenhaus entlassen werden können. 

Eine weitere Zusammenarbeit beider Partner findet zu Angeboten innerhalb eines Telemedizinraums statt, der ab 2023 für die Bewohner des Smarten Quartiers zur Verfügung stehen soll. Hier soll es zukünftigen Mietern unter anderem möglich sein, Arztbesuche bei verschiedenen ambulanten Praxen per Videosprechstunde zu erledigen. Wie dies praktisch aussehen kann, wird gemeinsam mit dem Universitätsklinikum und weiteren externen Arztpraxen erarbeitet.

„Wir freuen uns sehr, dass wir das Klinikum als Partner in unmittelbarer Nachbarschaft gefunden haben. Gemeinsam wollen wir Themen vorantreiben, um Lebensqualität und Gesundheit der Mieter im Smarten Quartier und der Patienten des Uniklinikums positiv zu beeinflussen. Als Vermieter geht es uns im Kern darum, allen unseren Mietern eine möglichst einfache Teilhabe am Leben zu ermöglichen - auch wenn die gesundheitlichen Umstände vielleicht schwierig sind“, sagt Antje David, Projektleiterin für alle Gesundheitsthemen im Stadtwerke-Modellprojekt. 

„Wir als Uniklinikum Jena in direkter Nachbarschaft zum Smarten Quartier sehen darin eine große Chance, digitale Versorgungskonzepte auszuprobieren, die später auch auf größere Distanz funktionieren sollen. Digitalisierung spielt im medizinischen Bereich ohnehin eine zunehmende Rolle, gerade was die Möglichkeiten von Telemedizin angeht. Das zeigt uns aktuell die Corona-Pandemie. Hier möchten wir die Entwicklung weiter forcieren“, sagt PD Dr. Jens Maschmann, Medizinischer Vorstand des Uniklinikums Jena. „Für uns ist aber beim Smarten Quartier noch ein anderes Thema wichtig, nämlich die Frage, wie wir Patienten nach ihrer akuten Phase im Klinikum optimal versorgen können. Hier denken wir an neue Wege der Nachsorge und Kurzzeitpflege. Wir sind gespannt, wie sich unsere Ideen und Ansätze am Ende umsetzen lassen“, sagt Dr. Brunhilde Seidel-Kwem, Kaufmännischer Vorstand des Uniklinikums.

Beide Partner prüfen außerdem, welche ihrer weiteren Angebote sich im Interesse der Patienten und Mieter verzahnen lassen. Das Universitätsklinikum Jena ist der inzwischen 20. Partner, der das Modellprojekt Smartes Quartier Jena-Lobeda unterstützt. Weitere regionale und überregionale Partner kommen unter anderem aus den Branchen Energie, Gesundheit, IT und Logistik. Die Stadtwerke Jena freuen sich auch weiterhin über Unterstützer, die sich mit Ideen und Konzepten in ein konkretes Modellprojekt wie das Smarte Quartier einbringen wollen. Alle Informationen unter:  https://www.stadtwerke-jena-gruppe.de/unternehmen/smartes-quartier.html
 

Hintergrund Smartes Quartier Jena-Lobeda

Das Smarte Quartier Jena-Lobeda ist ein Modellprojekt der Stadtwerke Jena. In mehreren Bauabschnitten entstehen bis Jahresende 2023 in der Ziegesarstraße 9 bis 19 insgesamt 270 smarte Wohnungen, die im baulichen Bestand saniert werden. Alle Wohnungen werden mit smarten Funktionen ausgestattet, die sich um Energiesteuerung, Gesundheitsangebote, Mobilitäts- und Logistiklösungen drehen. Die Stadtwerke-Tochter jenawohnen investiert über 24 Millionen Euro in die Sanierung der drei Wohnblöcke. Circa 145 Wohnungen des ersten und zweiten Bauabschnitts werden dabei ausschließlich für Menschen mit Wohnberechtigungsschein (Sozialwohnungen) angeboten. Das Smarte Quartier Jena-Lobeda wird unterstützt vom Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft.