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Vorreiter in Ostdeutschland: Jenaer Stadtwerke liefern nur noch Ökostrom - ohne Aufpreis für Kunden

Jenas Oberbürgermeister Dr. Albrecht Schröter (rechts) und Stadtwerke-Geschäftsführer Thomas Zaremba schalteten heute symbolisch die Strom-Ampel auf „Grün“.

Grün, zertifiziert und ohne Aufpreis: Ab 1. Juli 2013 liefern die Stadtwerke Energie Jena-Pößneck an ihre über 60.000 Privat- und Geschäftskunden in Jena, Pößneck und der Region ausschließlich sauberen jenaturStrom. Nachdem die Jenaer Stadtwerke im Jahr 2011 bereits Kernenergie aus ihrem Strom-Mix verbannten, legen sie nun als erstes Stadtwerk in Ostdeutschland den Schalter auf „Komplett-Grün“ um.

Stadtwerke-Geschäftsführer Thomas Zaremba: „Durch die Umstellung unseres gesamten Stromprodukt-Portfolios auf Ökostrom müssen unsere Kunden keinen Cent mehr bezahlen. Die Mehrkosten tragen wir - und das gern. Denn unsere Aktion soll sowohl die Umwelt als auch den Geldbeutel unserer Kunden schonen und reiht sich damit in eine lange Liste umweltfreundlicher Maßnahmen der Stadtwerke Energie ein.“ Jenas Oberbürgermeister Dr. Albrecht Schröter: „Ich bin stolz auf unsere Stadtwerke, die in der ostdeutschen Stadtwerke-Landschaft mit ihrem ökologischen Engagement eine Vorreiterrolle einnehmen. Das passt zu unseren Stadtwerken, das passt zu unserer Stadt Jena und der Region.“

JenaturStrom stammt zu 100 Prozent aus europäischer Wasserkraft. Die Erzeugung findet ohne Kohlendioxid-Emissionen statt, es entstehen keine radioaktiven Abfälle. Thomas Zaremba: „Durch unsere Umstellung auf jenaturStrom ersparen wir gemeinsam mit unseren Kunden nachfolgenden Generationen jährlich rund 110 Kilogramm hochradioaktiven Abfall und knapp 156.000 Tonnen Kohlendioxid. Das entspricht der Menge an Kohlendioxid, wie etwa 156 Quadratkilometer Wald – und damit die Fläche von 22.000 Fußballfeldern - pro Jahr in der Wachstumsphase aufnimmt.“

Dass der Strom der Stadtwerke Energie auch wirklich zu 100 Prozent grün ist, garantiert zum einen der Nachweis über das Umweltbundesamt. Dort wird ein Herkunftsnachweisregister geführt. Damit können die Strommengen Erzeugungsanlagen zuordnet werden. Dass jährlich auch genau soviel Ökostrom eingekauft wie verkauft wird, kontrolliert und zertifiziert der TÜV.

Alle bestehenden Verträge der Stadtwerke-Kunden zu sämtlichen Stromprodukten behalten trotz der Umstellung ihre Preise und Gültigkeit. Nur, dass es dafür zukünftig ausschließlich umweltfreundlichen, grünen jenaturStrom gibt. Thomas Zaremba begründet die Umstellung auf Ökostrom: „In den letzten zwölf Monaten ist der Anteil unserer Ökostrom-Kunden um über 80 Prozent gestiegen. Wir waren damit das Stadtwerk in Thüringen mit den meisten Ökostrom-Kunden. Das hat uns gezeigt: Grüner Strom kommt an bei unseren Kunden. Darüber hinaus konnten wir durch die gestiegene Menge an eingekauftem Ökostrom Einkaufsvorteile erzielen. Beide Fakten zusammen genommen haben uns bewogen, unseren kompletten Strom auf 100 Prozent ‚grün‘ umzustellen.“

Die rund 1.500 Kunden, die bisher bereits jenaturStrom bezogen haben, werden zum 1. Juli 2013 vom bisherigen Aufpreis befreit und zahlen für ihr Umweltbewusstsein nun genauso viel wie alle anderen Stromkunden. Bei den jenaturStrom-plus Kunden – dem Ökostromprodukt zur Förderung von Ökostrom-Anlagen in der Region – sinkt der bisherige Aufpreis auf 4,52 Cent je Kilowattstunde.
Dieser geht nun zu rund 95 Prozent direkt in die Errichtung von neuen Ökostromanlagen.

Durch den Mehreinkauf von Ökostrom erhöhen die Stadtwerke Energie die Nachfrage und beeinflussen positiv den gesamten Strommix. Denn sobald die Nachfrage das Angebot übersteigt, muss zwangsläufig in neue Anlagen aus erneuerbaren Energien investiert werden. Darüber hinaus investieren die Stadtwerke Energie schon aus ihrem Selbstverständnis als umweltfreundlicher Energieversorger in den Ausbau erneuerbarer Energien.

Insgesamt betreiben die Jenaer Stadtwerke bereits zwölf eigene und neun gepachtete Erneuerbare-Energie-Anlagen in Jena und der Region,  weitere sind geplant. Allein 2012 haben die Stadtwerke Energie und ihre Unternehmenstöchter insgesamt etwa 27 Millionen Kilowattstunden Strom und 46 Millionen Kilowattstunden Wärme in eigenen Anlagen  aus erneuerbaren Energien erzeugt. Das entspricht dem jährlichen Stromverbrauch von rund 15.000 Haushalten, mit der Wärme könnten rund 2.200 Einfamilienhäuser ein Jahr lang beheizt werden. Spitzenreiter bei der „grünen“ Energieerzeugung sind das Biomasseheizkraftwerk Hermsdorf und die Biogasanlage in Jena-Zwätzen. Auch zukünftig wollen sich die Stadtwerke Energie auf dem Feld der grünen Energie engagieren und so die Energiewende vor Ort aktiv mit gestalten.

Hintergrund: Was kommt aus der Steckdose?

Das gesamte Stromleitungsnetz in Europa kann man sich wie einen See vorstellen, dessen Wasserspiegel immer konstant gehalten werden muss. Die Kunden entnehmen diesem See so viel Strom, wie sie zum Betreiben ihrer elektrischen Anlagen brauchen. Genau diese entnommene Menge Strom muss dem „Stromsee“ zur gleichen Zeit wieder zugeführt werden. Nur dann bleibt der „Wasserspiegel“ konstant und so das ganze Stromnetz stabil.

In einen See kann Wasser aus einem Bergbach, einem Fluss oder aus einem Rinnsal fließen. So  ergibt sich ein Gemisch von Wasser unterschiedlicher Qualität. Genau so verhält es sich auch mit dem „Stromsee“: Er enthält immer elektrischen Strom aus unterschiedlichsten Kraftwerken, aus Kohle- und Kernkraftwerken genauso wie aus Wasser- und Windkraftanlagen. Durch unsere Entscheidung, nur noch grünen Strom anzubieten und durch die höhere Nachfrage Druck auf die Einspeisung grüner Energie zu machen, wird die „Wasserqualität“ des Stromsees also verbessert.