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Zweckverband zur Kommunalen Klärschlammverwertung Thüringen (KKT) gegründet

Insgesamt 17 kommunale Aufgabenträger der Abwasserentsorgung in Thüringen haben sich in den vergangenen Jahren intensiv mit Fragen der Klärschlammbeseitigung auseinandergesetzt und im Ergebnis dazu entschlossen, zukünftig die Herausforderungen der deutlich gestiegenen Anforderungen an die Klärschlammverwertung durch Bündelung ihrer Kräfte im Zweckverband zur Kommunalen Klärschlammverwertung Thüringen (KKT) zu meistern.

 

Die Klärschlammverwertung ist nach den neuen gesetzlichen Anforderungen zu einem wesentlichen Kostenbestandteil der öffentlichen Abwasserentsorgung geworden.

 

Ziel des Zusammenschlusses ist es, durch die gemeinsame Aufgabenerfüllung der Teilaufgabe Klärschlammbeseitigung die gebührenseitigen Auswirkungen der neuen gesetzlichen Vorgaben so gering wie möglich zu halten, eine langfristig kalkulierbare, wirtschaftliche und auch nachhaltige Strategie zur Umsetzung der Aufgabe zu entwickeln und gemeinsam umzusetzen.

 

Die Gründungsmitglieder des Zweckverbandes sind der Auffassung, dass die interkommunale Zusammenarbeit auf dem hohen Niveau eines gemeinsamen öffentlich-rechtlich organisierten Unternehmens ohne Gewinnerzielungsabsicht am besten geeignet ist, dieses Ziel zu erreichen.

 

Die Errichtung einer eigenen Verwertungsanlage des neuen Zweckverbandes ist eine der zu untersuchenden Handlungsoptionen. Auch eine mögliche Kooperation mit benachbarten ähnlich organisierten kommunalen Netzwerken in benachbarten Bundesländern wird Gegenstand der Strategieentwicklung sein, genauso wie die Bewertung der Entwicklung des Verwertungsmarktes.

 

Die derzeitig dominierenden Strategien zur Klärschlammverwertung sind Anlagen zur kombinierten Trocknung und Verbrennung der Klärschlämme. Es gibt erste großtechnisch erprobte Verfahren zur Rückgewinnung des strategischen Rohstoffes Phosphor aus der Klärschlammasche.

 

Der Gesetzgeber hat ab 2029 die Aufgabeträger der Abwasserentsorgung verpflichtet, eine Phosphorrückgewinnung aus dem Klärschlamm bzw. der Klärschlammasche umzusetzen. Hintergrund sind langfristige, strategische Überlegungen des Gesetzgebers bezüglich der begrenzten Ressourcen und die Abhängigkeit von diesem extrem wichtigen strategischen Rohstoff, der hauptsächlich in der Landwirtschaft eingesetzt wird.

 

Die noch vorhandenen Vorkommen an Phosphaterzen sind begrenzt und konzentrieren sich auf wenige Länder in z.T. politisch instabilen Regionen. Daher wird der strategische Rohstoff Phosphor zukünftig über regionales Stoffrecycling verfügbar sein, auch wenn die gewonnenen Phosphor-Rezyklate noch über Jahre deutlich teurer sein werden, als das über Weltmarktpreise gehandelte Phosphorerz.

 

Gründungsmitglieder des Zweckverbandes zur Kommunalen Klärschlamm sind:

     

  • Abwasserzweckverband „Mittlere Unstrut“
  • Zweckverband Wasser/Abwasser Mittleres Elstertal
  • Zweckverband JenaWasser
  • Zweckverband Wasser und Abwasser Orla
  • Zweckverband zur Wasserver- und Abwasserentsorgung der Gemeinden im Thüringer Holzland
  • Zweckverband Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung für Städte und Gemeinden des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt
  • Trink- und Abwasserverband Eisenach-Erbstromtal
  • Zweckverband Wasser und Abwasser Lobensteiner Oberland
  • Zweckverband Wasser/Abwasser Zeulenroda
  • Stadt Altenburg
  • Abwasserzweckverband Goldene Aue
  • Zweckverband Trinkwasserversorgung und Abwasserbeseitigung Eisenberg
  • Zweckverband Wasser/Abwasser „Obere Saale“
  • Stadt Sömmerda
  • Stadt Schmölln
  • Wasser-/Abwasserzweckverband Arnstadt und Umgebung
  • Zweckverband Trinkwasserversorgung und Abwasserbeseitigung Weiße Elster - Greiz
  •  

 

Diese Aufgabenträger realisieren die Abwasserentsorgung für rund 810.000 Einwohner sowie ortsansässigen Betriebe und Einrichtungen. Dabei fallen rund 63.000 Tonnen entwässerter Klärschlamm (circa 35% des Thüringer Landesaufkommens) an.

 

Mit der Unterzeichnung der Verbandssatzung durch die Gründungsmitglieder am 01. Oktober 2020 und der Veröffentlichung der Genehmigung der Verbandssatzung durch die Rechtsaufsicht – dem Thüringer Landesverwaltungsamt am 4.01.2021, ist der Verband zum 05.01.2021 entstanden. Damit ist Gründungsprozess des neuen Zweckverbandes abgeschlossen.

 

Anfang Februar erfolgt die konstituierende Sitzung des Verbandes, damit wird auch die praktische Arbeitsfähigkeit hergestellt. Der Verband ist für den Beitritt weiterer Thüringer Aufgabenträger offen. Die Beschlussfassung hierzu obliegt der Verbandsversammlung.